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Mortagne-au-Perche in der französischen Normandie ist
in Frankreich die Hauptstadt der "Boudin Noir" - der
schwarzen Blutwurst. Wohl nirgendwo gibt es so viele
Fleischereien, die mit ihren unterschiedlichen Blut-wurstrezepten
um die Gunst der Kundschaft werben. Anfang der sechziger
Jahre gründeten Gourmets und Fleischermeister, Köche
und Bürger von Mortagne-au-Perche eine Bruderschaft
zur Förderung des Ansehens der Blutwurst. Heute ist
die Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin eine
der renommiertesten Gourmet Organisationen Frankreichs.
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| Mortagne-au-Perche |
Jedes Jahr Mitte März beginnt in den verschlafenen Straßen von Mortagne-au-Perche
plötzlich ein geschäftiges Treiben.
Da kommen Fleischerei-Lieferwagen aus ganz Frankreich,
ja aus ganz Europa gefahren und bringen ein besonderes
Gut: Es sind die Blutwürste für den wohl bedeutendsten Blutwurstwettbewerb
der Welt - die inoffizielle Blutwurst-Weltmeisterschaft. Ausgerichtet wird
er vom Blutwurstritter-Orden.
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| Blutwurstproben |
In einer Blindverkostung prüfen die "Ritter der Blutwurst" mehr als 500
Proben von Blutwürsten aus ganz Europa und aus Übersee. Nur Würste der
Spitzenklasse haben Aussicht auf einen Preis. Marcus
Benser hat schon mehrmals die Spitzenpreise geholt
und wurde deshalb selbst zum Ritter der Blutwurst geschlagen
und damit in die ehrwürdige
Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin aufgenommen.
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| Marcus Benser |
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Mit dem Bratspiess geadelt |
Der Ritterschlag verbunden mit dem Inthronisationseid sind das Ritual der Aufnahme in den Orden.
Ein Ritter der Blutwurst darf sich nennen, wer sich um
die Blutwurst verdient gemacht hat, von einem Mitglied
der Bruderschaft vorgeschlagen wurde, mindestens
ein mal pro Woche Blutwurst ißt und den Eid auf Grill
und Gabel geleistet hat.
Die Prinzipien des Ordens ergeben sich aus dem Inthronisationseid.
Inthronisationseid
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| Der Eid |
"Auf Grill und Gabel schwöre ich, dass ich für
alle Zeiten und an allen Orten die Blutwurst von Mortagne
verteidigen, für sie werben
und sie besingen, ihre Verdienste preisen und dazu
beitragen werde, im Rahmen meiner Mittel zur Beibe-haltung
der gastronomischen Tradition der
Region Perche und zum guten Ruf der französischen Küche beizutragen."
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| Der Orden |
Wer in die Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin aufgenommen
ist, darf die Medaille mit der Wurstgabel und dem Rost
als Emblem tragen. Möchten Sie noch mehr über Mortagne-au-Perche und
die Geschichte der Blutwurst in der Region erfahren?
Dann lesen sie, was der Blutwurstritter-Orden darüber schreibt:
Die Blutwurst und die Geschichte von Mortagne-au-Perche (Übersetzung
aus dem Französischen)
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"Geschichte der Blutwurst" |
"Große Gastronomie kann es nicht geben, solange sie nicht in die
Geschichte eingeht..."
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| Stadtansicht |
Mortagne-au-Perche könnte diese Formulierung auf sich beziehen,
denn die Erscheinung der Blutwurst in unserer kulinarischen
Tradition geht auf die frühesten Zeiten unserer Geschichte, der
Geschichte au-Perches zurück.
Möglicherweise führten bereits die maurischen Eroberer, als
sie den Perche durchquerten, diese kulinarische Spezialität ein,
die an den Ufern des Euphrat und des östlichen Mittelmeers verbreitet
war. Dabei gründeten sie auf einem Hügel eine Siedlung, die
sich zunächst Mauritania und dann Mortagne nannte.
Die Wildschweine, die es in den großen Wäldern zuhauf gab,
erlaubten den Bewohnern, sich in der Zubereitung von Blutwurst
zu spezialisieren.
Ein Werk, das der gallorömischen Zivilisation gewidmet ist, informiert
uns, dass "der Metzger den Kunden in seiner Auslage Blutwürste,
Schweinskopf, Speckseite und Schweineschmalz anbietet". Im Mittelalter verfeinerte sich die Herstellung, bis der Ruhm unserer
Stadt bis zu den Märkten von Flandern und der Champagne reichte. Die Engländer nahmen das Rezept aus dem Hundertjährigen Krieg
mit auf ihre Insel, etwas modifiziert verbreitete es
sich im Norden Englands, vor allem in Sussex und ganz besonders in Schottland.
Durch die Glaubenskriege, während derer die Hugenotten aus unserem
Land vertrieben wurden, konnte sie sich dann auch in deutschen Landen
verbreiten, wo sie nach einem anderen Rezept bekannt war.
Die Blutwurst garnierte die Tische der Könige Frankreichs; es ist
bekannt, dass Zar Peter der Große auf Besuch in Versailles damit
bewirtet wurde.
Die Tradition lebte im einfachen Volk fort, wo sie - durch zahlreiche
persönliche Erfahrungen und lokale Produkte bereichert - heute ihre
höchste Perfektion erreicht.
Um die Spezialität zu erhalten, wurde - auf Initiative von Doktor
Pillot und Madame und Monsieur Goupil, damals Steuerinspektor
der Stadt, sowie unter der Ägide der Confrérie des Chevaliers
du Goûte
Boudin - am 23. März 1963 der Blutwurstmarkt von Mortagne-au-Perche
gegründet.”
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| "Der Metzgermeister" |
Heute stellt sich die Bruderschaft, in der sich die Freunde der Region
Perche versammeln, die Aufgabe, "die Verfeinerung dieser preisgünstigen
Speise durch Wettbewerbe zu ermutigen, die jährlich in fröhlicher
und freundschaftlicher Atmosphäre und anlässlich lokal veranstalteter
Feste stattfinden sollen". Die Zahl der Ritter steigt im Laufe der
regelmäßig jedes Frühjahr stattfindenden Versammlungen.
Bei diesem Anlass weist ein Großer Würdenträger die neu
Inthronisierten auf folgende Ziele der Bruderschaft hin:
"die Produkte
des Perche zu verwerten; die große Vielfalt der Blutwürste
Frankreichs hervorzuheben;
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die regionalen Herstellungsverfahren im Perche
und in allen anderen Provinzen Frankreichs mit Hilfe
von Kontakten zu den verschiedenen Gastronomievereinigungen zu bewahren oder
gar wiederzubeleben;
die Suche nach guten kulinarischen Rezepten zu fördern und die alten
lokalen Traditionen wieder aufleben zu lassen; unter den Mitgliedern
der Bruderschaft Gefühle von Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Ehre
und Uneigennützigkeit zu pflegen."
Soweit die kleine Geschichte der Blutwurst in der Region Au-Perche.
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